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Am 17. August 1956 stufte das
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Kommunistische Partei
Deutschlands (KPD) in der BRD als verfassungswidrig ein. Die Partei
wurde verboten und deren Auflösung angeordnet. Die Gründung von
Ersatzorganisationen wurde untersagt und das Vermögen zu
„gemeinnützigen Zwecken“ eingezogen.
Durch das Verbot 1956 entfiel der
Partei der legale Rahmen zur Werbung und Verbreitung ihrer Ideen.
Parteiarbeit mußte von nun an konspirativ geführt werden und
Parteizeitungen wie allgemeine Schriften illegal weiterverteilt
werden. Die Umstände jedoch erschwerten eine massenwirksame
Verteilung. Schon am Tage des Verbots eine sprang daher eine
Rundfunkstation helfend zur Seite, um den in der Illegalität lebenden
Genossen eine Anleitung zu geben.
Der Deutsche
Freiheitssender 904 (DFS 904) tauchte
als „Stimme der KPD“ wie aus dem Nichts am Tage des Verbots der KPD,
dem 17. August 1956, um 20 Uhr im Äther auf Mittelwelle auf. Er sollte
über 15 Jahre in Richtung Bundesrepublik Deutschland senden, bevor er
genauso plötzlich wieder am 30. September 1971 verstummte. Während
seiner gesamten Lebensdauer umhüllte sich der Sender mit einem
Schleier der Konspiration, welcher auch über 30 Jahre später noch
nicht restlos gelüftet ist.
Schon am Abend des 17. August 1956,
dem Tage des KPD-Verbotsurteils durch das Bundesverfassungsgericht,
startete der DFS 904 mit einer ersten Sendung. Mit einer kurzen
Vorlaufzeit in der Planung des Senders meldete sich die „Stimme der
KPD“ als der „einzige Sender der Bundesrepublik, der nicht unter
Regierungskontrolle steht“ von nun an regelmäßig im Äther, um seine
Sicht der politischen Dinge zu verbreiten. Daß dies tatsächlich jedoch
vom Staatsgebiet der DDR aus erfolgte, konnte nur kurz geheim gehalten
werden, wurde aber von der DDR nie offiziell bestätigt. Schnell
deckten westdeutsche Behörden und die Presse die Sendeanlagen Burg bei
Magdeburg als Ausstrahlpunkt des DFS 904 auf. Schon in finanzieller
und technischer Hinsicht war die „kleine“ KPD von der „großen“ SED
abhängig, um den Betrieb eines leistungsstarken Senders aufrecht
erhalten zu können. |